Das gute Gefühl der richtigen Wahl

Wirtschaftsfachoberschule Auer
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Veronika Köhl berichtet aus Berlin

Im April 2026 durfte ich eine außergewöhnlich bereichernde Woche in Berlin erleben: Vom 13. bis 17. April nahm ich im Rahmen des europäischen Programms Erasmus+ an der Fortbildung „Rechtsstaat und Öffentlichkeit: Wie funktioniert das deutsche Justizsystem?“ teil. Als Lehrkraft für Rechts- und Wirtschaftsfächer bot sich mir damit die wertvolle Gelegenheit, meinen fachlichen Horizont zu erweitern und gleichzeitig neue Impulse für meinen Unterricht zu gewinnen.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass diese Fortbildung weit über reine Theorie hinausgehen würde. In insgesamt 40 intensiven Unterrichtsstunden tauchte ich tief in die Grundlagen und Strukturen des deutschen Rechtsstaates ein. Besonders spannend war dabei die Frage, wie Recht und Öffentlichkeit miteinander verzahnt sind – ein Thema, das aktueller kaum sein könnte.

Die Inhalte waren vielseitig und lebendig gestaltet: Von den fundamentalen Prinzipien des Rechtsstaates über die Kontrolle staatlichen Handelns bis hin zu den Abläufen in Verwaltungs-, Zivil- und Strafgerichten. Zentrale Verfahrensgrundsätze wie Gleichheit vor dem Gesetz oder das Recht auf einen gesetzlichen Richter wurden nicht nur besprochen, sondern anhand konkreter Beispiele greifbar gemacht. Ein echtes Highlight waren die Einblicke in die Praxis: Gerichtsbesuche und die Beobachtung realer Verhandlungen ermöglichten mir einen authentischen Blick hinter die Kulissen der Justiz.

Besonders eindrucksvoll war auch die Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Herausforderungen der Rechtsstaatlichkeit. Der Besuch der Gedenkstätte Plötzensee sowie des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors hat mir eindrücklich vor Augen geführt, wie fragil rechtsstaatliche Prinzipien sein können – und wie wichtig es ist, sie aktiv zu schützen und zu vermitteln.

Neben dem intensiven fachlichen Programm blieb auch Raum, Berlin kulturell zu entdecken. Museumsbesuche, bedeutende Sehenswürdigkeiten und sogar ein Musicalbesuch rundeten die Woche ab und machten die Erfahrung auch persönlich zu etwas ganz Besonderem.

Ein großer Gewinn war für mich der Austausch mit anderen Teilnehmenden. Durch den Vergleich mit dem italienischen Rechtssystem konnte ich Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten und meine eigene Perspektive schärfen. Diese Reflexion wird meine Unterrichtsgestaltung nachhaltig beeinflussen.

Ich kehre mit vielen neuen Ideen und konkreten Ansätzen zurück: Mein Ziel ist es, rechtsstaatliche Prinzipien künftig noch anschaulicher, praxisnäher und auch im internationalen Vergleich zu vermitteln. Diese Fortbildung war für mich nicht nur eine fachliche Weiterbildung, sondern eine inspirierende Erfahrung, die meine Arbeit als Lehrkraft nachhaltig bereichert hat.